Zeugnisse

Diese im Tourismusbereich tätigen Menschen möchten uneingeschränkt alle Besucher in ihren Einrichtungen empfangen können. Sie erläutern hier, was sie dazu veranlasst hat, das Gütesiegel Tourismus und Handicap zu beantragen

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Textilmuseum in Fresnoy Le Grand

Das im Departement Aisne gelegene Textilmuseum zeugt von dem Know-how im Textilbereich und zeigt das Leben der Arbeiter. Nach den Sanierungsarbeiten in Regie der Städtegemeinschaft wurde ein Gütesiegel-Antrag gestellt. Das erläutert Gabrielle Defosse, die Museumsdirektorin.

Warum wurde dieses Gütesiegel beantragt?
„Unser Antrag ist die logische Konsequenz eines Ansatzes, der über ein Jahr lang verfolgt wurde und verschiedene Dienstleister einbezogen hat.  Wir wollten unser Haus allen zugänglich machen, älteren Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Familien mit Kindern in der Karre oder Rollstuhlfahrern.“ 

Welche Arbeiten wurden durchgeführt?
„Bereits bei den Planungsarbeiten zur Sanierung des Gebäudes hat der Architekt die verschiedenen Vorgaben berücksichtigt. Der Museumsbesuch sollte sich auf ein Stockwerk beschränken. Dazu gehörte eine Zugangsrampe von außen, Mobiliar in richtiger Höhe, problemloser Zugang zum Parkplatz aber auch die Anpassung verschiedener Angebote, wie z. B. des Picknick-Außenbereichs. Die Beschilderung der Erläuterungen auf dem Rundgang und alle Mittel sind jetzt für alle erreichbar. An der Tast-Station werden die Besucher aufgefordert, alle Sinne einzusetzen. Mit Hilfe didaktischer Videos kann sich heute Jedermann die verschiedenen Themenbereiche aneignen. Es gibt auch interaktive Stationen. Spezifische Produkte werden angeboten. So bieten wir nach Themen geordnete und spielerische Tast-Besuche und geeignete pädagogische Workshops an.

Und wie reagiert Ihr Team auf diesen Antrag auf Gütesiegel?
„Durch die Berücksichtigung verschiedener Arten der Behinderung beim Umbau unseres Museums haben wir es ganz einfach Jedermann geöffnet: Kindern, Erwachsenen, älteren Menschen. Die Erreichbarkeit des „Maison du Textile“ ist heute Teil des Bestrebens jedes Mitarbeiters, ausnahmslos alle optimal zu bedienen.“

La Maison du Textile
54, rue Roger Salengro
02230 Frensoy-le-Grand
Tél. 03 23 09 02 74, Fax : 03 23 09 2 1 29
www.la-maison-du-textile.com

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Entdeckungsbauernhof der Route du Lac in La Ville-aux-Bois-lès-Pontavert

Mitten auf dem Land, zwischen Laon und Reims liegt La Ville-aux-Bois-lès-Pontavert und der Reiter- und Entdeckungshof der Route du Lac mit vielen Tieren, angefangen von den Klassikern (Enten, Schafe, Pferde ...) bis hin zu eher ungewöhnlichen Arten (Emu, Yak, Walibi ...).

Die Eigentümer, Herr und Frau Lebeau haben beschlossen, ihren Hof Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu öffnen, um auf Anfragen nach geeigneten Freizeitleistungen eingehen zu können.
Um den Reitsport allen zugänglich zu machen, liegen die Preise für Ausritte zu Pferd oder mit dem Pony absichtlich unter denen eines Reitsportzentrums. „Die Verschiedenheit der Besucher bereichert, man darf Behinderte nicht ausklammern, sie sind ein Kundenkreis, wie jeder andere auch,“ erklärt Frau LEBEAU.

Gäste mit Sehbehinderung oder geistig Behinderte legen besonderen Wert darauf, Pferde, Schafe oder Ziegen streicheln  zu können: „Es beeindruckt mich immer zu sehen, wie aufnahmefähig Behinderte bei der Kontaktaufnahme mit Tieren sind,“ sagt Madame Lebeau.
Außer den Entdeckungen über den Tastsinn werden Thementage organisiert.

Dem Bauernhof Route du Lac wurde das Gütesiegel Tourismus und Handicap für 3 verschiedene Arten der Behinderung verliehen: motorische Behinderung, Hörbehinderung, geistige Behinderung.

La Ferme de Découverte de la Route du Lac
5 rue Saint Jean
02 160 La Ville aux Bois lès Pontavert
Tel.: 03.23.20.74.74

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Musée Condé in Chantilly

Auf einem Felsen umgeben von Wasser liegt das Schloss Chantilly. Es besteht aus einer Reihe von Gebäuden aus dem 14. bis 19. Jahrhundert.  Neben dem Louvre beherbergt es eines der wichtigsten Museen alter Gemälde.
Das Musée Condé hat sich zum Ziel gesetzt, allen die Möglichkeit zu eröffnen, seine reichhaltige Kollektion zu entdecken. Außerdem sind spezifische Besichtigungsangebote geschaffen worden, die von Laurence BORGIOLI betreut werden, der seit Juni 2002 für ein Publikum mit spezifischen Bedürfnissen zuständig ist.
Dem Museum ist das Gütesiegel Tourismus und Handicap für Hörbehinderte und geistig Behinderte verliehen worden.

„Über das Gütesiegel erhält man zuverlässige und objektive Angaben, denn die Kriterien sind überall die gleichen. Dank dieses Gütesiegels stehen die Bemühungen des Museums für ein Publikum mit besonderen Bedürfnissen im Vordergrund. Dadurch wird die geleistete Arbeit anerkannt,“ erklärt uns Laurence BORGIOLI.

„Voraussetzung für die Verleihung des Gütesiegels für Menschen mit Bewegungs- und Sehbehinderung sind Umbauarbeiten am Gebäude selbst. Diese Hürde gilt es zu überwinden. Da das Gebäude ein historisches Denkmal ist, sind Einschränkungen auf architektonischer Seite zu beachten. Aber es gibt fast immer eine Lösung. Die Arbeiten sind umso nützlicher, als dass häufig auch ältere Menschen auf diese Art Umbau angewiesen sind.

„Im Hinblick auf geistig Behinderte wird der Kontakt mit dem Besucher über Ratespiele oder spielerische Anekdoten gefördert, die die Besichtigungen lebhafter und attraktiver gestalten.“

„Für Menschen mit Sehbehinderung steht bei einem Besuch der Tastsinn im Vordergrund: ein phantastisches Mittel, um Objekte und Werke zu erobern, zumal wir das Glück haben, Originalwerke zur Verfügung zu haben. In mehreren Sälen können Mobiliar, die Türen oder Kamine ertastet werden und es gibt einen speziellen Tastbereich, der Besuchern mit Sehbehinderung vorbehalten ist. Dieser Bereich besteht aus acht Marmorbüsten des Institut de France, die aufgrund ihrer Bedeutung für die Tasterfahrung, wie auch aufgrund ihrer historischen Bedeutung ausgewählt wurden. Sie kommen aus Lagerbeständen und sind nie öffentlich ausgestellt worden.“

Musée Condé - Château de Chantilly
B.P. 70243
60631 CHANTILLY
Abteilung für Publikum mit spezifischen Bedürfnissen
Tel.: 03.44.62.62.45.
Fax : 03.44.62.62.32.
www.chateaudechantilly.com

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Wassersportzentrum Nogent sur Oise und Villers Saint Paul

Die vier Becken des Wassersportzentrums von Nogent sur Oise und Villers Saint-Paul werden jährlich von mehr als 200 000 Besuchern genutzt. Seit 2004 ist es mit dem Gütesiegel Tourismus und Handicap für körperlich und geistig Behinderte ausgezeichnet. Xavier Gruet, der Leiter, erläutert die verschiedenen Phasen, bis das Gütesiegel verliehen wurde.

Hatten Sie vor der Verleihung des Gütesiegels bereits besondere Einrichtungen?
„Seit unserer Eröffnung 1995 sind unter den Besuchern auch körperlich oder geistig behinderte Menschen. Für Inhaber eines Behindertenausweises galten bereits Sondertarife. Wir bieten auch einen Rollstuhl und die Begleitung eines Schwimmmeisters an.“

Welche Art Arbeiten sind durchgeführt worden?
„Wir haben ein besonderes Angebot zum Schwimmen lernen eingerichtet, „Aqua Handi Nage“. Im Rahmen dieses Angebotes können Menschen, deren Behinderung es nicht zulässt, mit anderen zusammen schwimmen zu lernen, sich an  Wasser gewöhnen. Außerdem haben wir die Struktur des Zentrums verändert. In der Garderobe ist beispielsweise ein Münzautomat auf die Höhe von Rollstuhlfahrern gesenkt worden.“

Welchen Vorteil bietet Ihnen das Gütesiegel?
„Das Gütesiegel wurde uns 2004 verliehen. Jetzt überlegen wir, die Voraussetzungen zu schaffen, um auch das Gütesiegel für Seh- und Hörbehinderte zu bekommen. In Kürze sollten wir ein System anschaffen, mit dem Besucher mit motorischer Beeinträchtigung ins Wasser gelangen können. Dazu werden wir eine Unterstützung der Direction de la Jeunesse et des Sports beantragen. Es ist klar, dass einige neue Besucher aufgrund des Gütesiegels zu uns gekommen sind. Ziel ist, die Bemühungen des Personals im Bereich der Zugänglichkeit aufzuwerten und unsere behindertengerechten Angebote bekannt zu machen. Alle profitieren von den Umbauarbeiten: der Sitz in der Dusche ist beispielsweise für Menschen im Rollstuhl genauso nützlich, wie für Senioren.“ 


Nogent sur Oise und Villers Saint-Paul
148 avenue de l’Europe
60180 NOGENT SUR OISE
Tel : 03 44 55 09 48 oder 03 44 66 30 40
Fax : 03 44 55 24 51
www.ville-nogent-sur-oise.fr

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Hôtel “Les Saules“ in Favières

Dieses kleine Familienhotel auf dem Lande, in der Nähe der Somme-Bucht steht für herzlichen Empfang und entspannenden Aufenthalt. Die Eigentümer, Herr und Frau Belpaume, haben darauf geachtet, ihr Haus allen zugänglich zu machen. Daher verfügt das Hotel heute über das Gütesiegel für Körper- und Sehbehinderte.

„Das Durchschnittsalter unserer Kunden liegt bei etwa 50 Jahren. Wenn ältere Menschen bei uns ein Zimmer reservieren, nehmen sie oft eines, das für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ausgelegt ist. Sie bevorzugen eine Dusche ohne Duschwanne, die leichter zugänglich ist, als eine Dusche in der Badewanne. Die Tatsache, dass bei uns alles im Erdgeschoss liegt, erleichtert ebenfalls den Aufenthalt.“

„Information ist ein wichtiger Faktor. Behinderte Kunden erkundigen sich häufig im Vorfeld sehr genau, welche behindertengerechten Leistungen wir anbieten.“

Hôtel*** Les Saules
1075 rue des Forges
80120 FAVIERES
Tel.: 03.22.27.04.20
http://perso.wanadoo.fr/hotel-les-saules/

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Erlebnis- und Entdeckungsbauernhof Sucrine et Féculine in Blangy Tronville

Dem auf Kartoffel- und Rübenanbau spezialisierten Erlebnisbauernhof Sucrine et Féculine wurde bereits 2005 das Gütesiegel „Tourismus und Handicap“ für Menschen mit geistiger Behinderung, Seh- oder Hörbehinderung verliehen. Jetzt läuft das Zulassungsverfahren für körperlich Behinderte. Die Eigentümerin des Hofes, Dominique Dereumaux hat nicht gezögert, die entsprechenden Umbaumaßnahmen durchzuführen, damit alle Besucher die Freuden ihrer kulinarischen Hecke und des Mini-Kräutergartens entdecken können.

Wie sah es vor der Zulassung aus?
„Seit der Eröffnung empfangen wir Besucher mit spezifischen Bedürfnissen. Da war es selbstverständlich, das Gütesiegel zu beantragen. Nach der Evaluierung war klar, dass die erforderlichen Umbauten zur Verbesserung der Zugänglichkeit kein unüberwindliches Hindernis darstellen.

Welche Art Arbeiten sind durchgeführt worden?
„Die Tische haben wir mit der rutschfesten Bodenplatte einer Waschmaschine erhöht! Für Sehbehinderte wurden sehr viele Tastelemente integriert, wie beispielsweise Hufeisen und Abdrücke. Für Hörbehinderte haben wir schriftliches Material mit den Erläuterungen für die Besucher. Kürzlich haben wir ein Gespann so umgebaut, dass es für Rollstuhlfahrer nutzbar ist und wird planen, den Zugang zur Obstbaumallee, der derzeit einen Kiesbelag aufweist, zu betonieren, um den Zugang zu erleichtern. Das ist auch deswegen wichtig, weil der Kies für ältere Menschen oder kleine Kinder hinderlich ist.

Welchen Vorteil hat das Gütesiegel für Sie?
„Unsere Einstellung hat sich völlig geändert. Projekte für pädagogische Aktivitäten werden derart konzipiert, dass sie von allen genutzt werden können. Wenn wir Bemerkungen bekommen, ändern wir unsere Einrichtung entsprechend. Seit der Verleihung des Gütesiegels reagieren wir wesentlich sensibler auf Fragen der Zugänglichkeit: wo wir auch sind, achten wir sehr auf die Bedürfnisse Behinderter. Wir überlegen, wie sie sich dort, wo wir sind, fortbewegen können: in der Post, im Supermarkt, das ist wie eine Berufskrankheit!“

Ferme Sucrine et Féculine
18, rue Edouard Ruelle 
80440 BLANGY TRONVILLE
Tél. 03 22 38 18 97
Fax : 03 22 38 18 97
alaindereumaux@free.fr

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Comité Régional du Tourisme de Picardie, 3 rue Vincent Auriol, 80011 AMIENS Cedex 1
Téléphone : (00 33 3) 22 22 33 66 - Télécopie : (00 33 3) 22 22 33 67 - contact@picardietourisme.com
Site internet : www.picardietourisme.com

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