Picardie: Industrietechnik
Picardie: Industrietechnik

Dieser Auszug aus dem Text „Der Ackerbauer und seine Kinder“ des berühmten Picarden Jean de la Fontaine zeigt, was das Wort Arbeit in der Picardie bedeutet: Durch Arbeit gelangt man zu Ehre und Freiheit, Arbeit macht aus Träumen und Utopien Wirklichkeit. Man lernt die Picardie erst wirklich kennen, wenn man sie „schaffen“ sieht. Die Arbeit ist für alle Picarden ein wichtiger Wert und die Fachrichtungen zahlreich, mit ebenso zahlreichen Meisterwerken und Technologieinnovationen.

In dieser Region findet man verschiedenstes Fachwissen sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart. Meer und Sumpfgebiet, Strom und Fluss, Textil, Holz, Erde und Pflanzen, künstlerische Berufe, Architektur und Industrie, und nicht zuletzt eine lange Handelstradition, die im Mittelalter mit dem Färberwaid begann (zu jener Zeit die einzige Pflanze, die die Farbe Blau lieferte) und der Stadt Amiens großen Reichtum bescherte.

Wie Sophie de Paillette in ihrem Buch „Picardie Corps et âme“ so richtig sagt: „In allen Fachbereichen macht es sich der Picarde zur Pflicht, eine von geschickter Hand gut ausgeführte Arbeit zu liefern.“
In der Picardie scheinen die naturgegebenen künstlerischen Begabungen großzügig gesät zu sein: Literatur, Malerei, Architektur und vor allem der Wille, die verrücktesten Träume zu verwirklichen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Palais Social in Guise (Aisne). Der Begründer Jean-Baptiste-André Godin ist in der Picardie eine wahre Ikone. Der Sohn eines Dorfhandwerkers wurde mit Öfen aus Gusseisen zum Industriellen. Er glaubt an wirtschaftliches und soziales Wirken, denn er ist der Überzeugung, dass Fortschritte in Technik und Wissenschaft mit sozialem Fortschritt Hand in Hand gehen können. Im Jahr 1859 gründet er die Siedlung Familistère, wo er seine Angestellten unterbringt und den Arbeitern und Arbeiterfamilien „einen angenehmeren und erträglicheren Alltag" bescheren will. Dieser Reform- und Forschergeist ist sich der gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit klar bewusst. Die Siedlung Familistère de Guise wurde eine ganze Stadt mit Geschäften, Kurzwarenhandel, Arzt, Hebamme und Kinderkrippe. Die 2000 Einwohner lebten ihren Alltag in einer perfekt organisierten kollektiven Siedlung, die bis 1968 bestand.
Ein ähnlicher Versuch wird im Nièvre-Tal in Flixecourt (Somme) von der Familie Saint gestartet, die innerhalb von zwei Jahrzehnten ein mächtiges Textilunternehmen aufgebaut hatte und dabei eine innovative paternalistische Sozialpolitik führte. Das Maison du Textile im Departement Aisne in Fresnoy-le-Grand, Hochburg von Le Bourget, zeichnet die lange und vielseitige Geschichte dieser Spitzenindustrie und des regionalen Fachwissens nach, die weltweit anerkannt sind.
Saint-Quentin genießt durch die Nähe zu Paris und den EU-Märkten einen geografischen Vorteil. Hier ist die Industrie besonders dynamisch und weiß das Fachwissen qualifizierter Arbeiter zu schätzen. Der Industrietourismus entwickelt sich: rund 15 Unternehmen stehen zur Besichtigung offen.

Die Dynamik der Picardie folgte immer den Entwicklungen ihrer Zeit. Die Anfänge der Luftfahrt mit Pionieren wie den Brüdern Caudron in Rue;

Picardie: Industrietechnik

der Industrielle Henri Potez führte diese lange Tradition der ausgezeichneten Luftfahrttechnik mit der Airbus-Fabrik in Albert-Méaulte weiter. Auch der Kosmetiksektor ist vertreten: im Departement Oise mit der Gruppe Yves Saint-Laurent in Lassigny, Givenchy in Beauvais und Chanel im Compiègnois (jener Gegend, die Coco Chanel so sehr liebte).
Der Himmel und die reiche picardische Erde sorgen in der Picardie laufend für Erfindungen. Dank Parmentier wurde Montdidier die Hauptstadt der Kartoffel, und heute werden Kohlehydrate wertschöpfend verarbeitet. Die Region zieht effizient Nutzen aus ihren Landwirtschaftsprodukten und innoviert mit Bio-Technologien.
Ingenieurhochschulen in Compiègne, Amiens, Saint-Quentin und Beauvais mit ihren Forschungszentren (wie das Centre de valorisation des glucides - Förderungszentrum für Kohlehydrate). Die Hersteller und Industriebetriebe des Zucker- und Getreidesektors sind Pioniere der Bio-Treibstoffe mit Diester (aus Rapsöl, Herstellung in Venette) und für die Zukunft bestens gerüstet. Tereos startet neben der Zuckeranlage in Origny-Sainte-Benoîte eine Ethanol-Distillerie. Auch Landwirtschaft und Nahrungsmittelsektor gehen mit ihrer Zeit und entwickeln die Nahrungsmittel des modernen Menschen: Findus in Beauvais, Bonduelle in Estrées-Mons. Die Region ist auf diesem gesamten Sektor so dynamisch, dass sie gemeinsam mit Champagne-Ardennes zum weltweit anerkannten Wettbewerbspol „Industrie und landwirtschaftliche Ressourcen" erklärt wurde.
In der Picardie erhalten Sie bei einer Firmenbesichtigung einen Vorgeschmack auf die Zukunft.

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