Sich eine Frischluftkur gönnen…
Die Pracht des Frühlings, die Fülle des Sommers, die orange-roten Farben des Herbsts und der ruhige Zauber des Winters… im Parc de Marquenterre gibt es keine „tote Jahreszeit“. Der Winter verbreitet dort nämlich seinen ganz besonderen und einzigartigen Charme …
„Seit ein paar Jahren beobachten wir, dass den Besuchern die Rückkehr zur Echtheit besonders gefällt… Wir sehen, dass die Gäste selbst im tiefsten Winter voller Freude kommen und glücklich sind, starke Gefühle zu empfinden, selbst wenn es wirklich bitterkalt ist“, erklärt Philippe Carruette, Ornithologe.
Dieses Gefühl teilt Corinne Vasseur, Naturführerin, voll und ganz. Sie wurde im Dezember 2008 eingestellt und hat schon eine komplette Wintersaison in Marquenterre erlebt: „Die Besucher lieben die Schönheit der Natur, und unsere Aufgabe ist es auch, dieses innere Strahlen, das sie uns verleiht, zu teilen… Im Winter spüren wir das sehr stark am Posten Nr. 6. Die Gespräche gehen oft über rein naturbezogene Themen hinaus. Die Zeit scheint sich auszudehnen… Es herrscht eine fast intime Stimmung, die Besucher teilen gerne diese zeitlosen Momente … genau wie wir!“
Übrigens, auch wenn es im Winter ruhiger ist als im Sommer, zur Hauptzeit der Vogelzüge, oder im Frühling, wenn die Balztänze stattfinden, so muss man nicht glauben, dass die Vögel den Park verlassen haben … ganz im Gegenteil. Dank der leichten Klimaerwärmung (seit 1995 wurden durchschnittlich + 0,5°C verzeichnet) kommen inzwischen noch mehr Arten zum Überwintern in den Parc du Marquenterre. Jetzt können wir im Winter dort den Weißstorch, die Uferschnepfe (einen kleinen Stelzvorgel aus Island), den Löffler (das Vogelschutzgebiet ist der am nördlichsten gelegene regelmäßige Überwinterungsplatz in Europa), den Seidenreiher, die Spießente oder den Nachtreiher beobachten… „Man muss wissen, erklärt der Ornithologe, dass Vögel das Wetter auch nicht besser vorhersagen können als wir! Aber sie sind in der Lage, sich das vorherrschende Wetter sehr gut zu merken und wissen jetzt, dass der Winter bei uns milder ist. Übrigens geben ihnen die Wetterstatistiken recht: bis 1990 hatten wir durchschnittlich 60 Frosttage pro Winter. Nach 1990 ist dies auf nur noch etwa 35 Tage gesunken … Die Vögel wissen also, dass die Teiche im Allgemeinen weniger häufig zugefroren sind und sie leichter Nahrung finden. Teilweise reisen sie nicht weiter gen Süden sondern verbringen den Winter in der Picardie.“
Und nachdem die Vögel da sind, fehlt es auch nicht an leidenschaftlichen Besuchern! Im Übrigen sind es auch genau diese Besucher im Winter, die einerseits eine gewisse Einsamkeit lieben, aber auch auf der Suche nach einer noch intimeren Geselligkeit sind: „Diese Menschen kommen, um den wieder entdeckten Geschmack der Jahreszeiten zu spüren, aber auch, um eine etwas andere Geselligkeit zu teilen … Der Erfolg des Beobachtungspostens Nr. 6. auf der grünen Strecke, den wir mit einem Holzofen ausgestattet haben, zeigt dies deutlich. Wir haben Platz für etwa 30 Personen. Diese bekommen ein Heißgetränk auf der Basis von Sanddorn, der auf unseren Hängen wächst, eine Schokolade oder einen Kaffee, und gegrillte Kastanien… Dieses Fleckchen Erde ist inzwischen ein sehr beliebter Ort, eine Art Palaverbaum, wo sich die Besucher gerne treffen und gemütlich vor einem schön warmen Ofen austauschen….“
Ein Austausch rund um das Thema Vögel und viel neues Wissen über die Menschen … denn „von uns gehen die Besucher immer fröhlicher weg als sie es bei ihrer Ankunft waren. Die Natur scheint sie mit sich selbst zu versöhnen…“ Eine menschliche Erfahrung.
Vogelschutzpark Marquenterre
25 bis, chemin des Garennes
in Saint Quentin-en-Tourmont
Tel.: 03 22 25 20 79
www.marquenterrenature.com
Ganzjährig geöffnet